Bitte um Voranmeldung: juergen.friemelt@naturfreunde-ffm.de
Wir treffen uns in unregelmäßigen Abständen zu einem „Bücheressen“
Dabei „verspeisen“ wir in gemütlicher Atmosphäre einige Bücher und lesen uns dabei Kochrezepte vor…
Kann das sein?…
Die Atmosphäre stimmt!
Im literarischen Teil stellt jede/r ein Buch vor, das er/sie lesenswert oder beachtenswert findet.
Davor (und auch ein wenig dabei) verzehren wir die kulinarischen Köstlichkeiten, die alle mitgebracht haben. Jede/r von allem etwas.
Also: Jede/r bringt ein Buch und etwas (Selbstgemachtes) zu essen mit. Das ist allerdings freiwillig. Jede/r kann auch einfach nur kommen und sieht sich unsere literarische Vielfalt an. Vielleicht sieht man sich beim nächsten Mal mit Buch und Speise wieder.
Wir freuen uns über jeden lese- und essfreudigen Menschen, der kommt.
Bitte vormerken:
Nächste Termine: 17. September am Poloplatz, 19.00 Uhr
und 3. Dezember in der Herxheimer
Die Speisekarte der bereits besprochenen Werke steht als Download zu Verfügung.
Kontakt:
Jürgen Friemelt
juergen.friemelt@naturfreunde-ffm.de
Anmeldung:
info@naturfreunde-ffm.de oder juergen.friemelt@naturfreunde-ffm.de
Am 22.4.2026 haben wir uns zu einem Abend im Rahmen von "Frankfurt liest ein Buch" mit Marie Luise Kaschnitz "Gott und die Welt" getroffen.
Hier der Bericht:
Frankfurt liest ein Buch
12 Menschen hatten sich versammelt, um das Angebot der NaturFreunde zum Frankfurter Lesefest mit zu gestalten, darunter auch eine Vertreterin des Vereinsvorstands von "Frankfurt liest ein Buch".
In dem für 2026 ausgewählten Buch "Gott und die Welt" sind Tagebuchaufzeichnungen von Marie Luise Kaschnitz aus 1966/67 zusammengetragen. Unter Leitung von Ruth Eichhorn stellten wir uns der Aufgabe, zu willkürlich aus einem Säckchen gezogenen Stichwörtern, die in dem Buch vorkommen, in fünf Minuten eigene Gedanken aufzuschreiben.
Gezogen wurden die Wörter "Unvorstellbar", "Zuhause" und "Stadtsommer". Das kann jede*r Leser*in mal für sich selbst ausprobieren. Was kommt spontan aus Dir heraus, wenn Du das Wort "Unvorstellbar" hörst? Schreib es auf! Die Ergebnisse kamen sozusagen "aus dem Inneren" der Teilnehmer*innen und waren demgemäß auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Aber auch eine Riesenfreude darüber, was die anderen produzierten! Lachen und Nachdenklichkeit! Und Erstaunen, was man in fünf Minuten so alles denken und schreiben kann.
Danach haben wir jeweils den Kaschnitz-Text gelesen und bei "Stadtsommer" einmütig festgestellt: die Schriftstellerin hatte bestimmt mehr als fünf Minuten, um die Hitze in geschliffener Sprache zu beschreiben! Denn heiß war es auch im Frankfurt des Jahres 1966.
Roland Borst vervollkommnete den Abend mit einer Original-Tonaufnahme von Kaschnitz, einem Lebenslauf und mehreren knackigen Zitaten.
Unvorstellbares
Will ich mir das vorstellen?
Oder würde es sich mir gerne vorstellen, traut sich aber nicht?
Die Vorstellung ist ja auch immer begrenzt.
Trump mit Friedensnobelpreis?
Bayern nicht als Meister?
Reiche wirbt für PU?
Das sollte man gar nicht erst versuchen.
Lohnender ist es, sich mit dem zu beschäftigen, was man sich gut vorstellen kann und etwas dafür zu tun, dass es Wirklichkeit wird.
Das Unvorstellbare fällt dabei automatisch raus, konkrete Utopie!
Darf ich vorstellen?
Unvorstellbares
vollbringen: dann ist man ein Held.
Unvorstellbares sagen: dann stellt man sich ins Abseits.
Vorstellbares sagen: dann ist man ein Langweiler.
Vorstellbares vollbringen: das kann doch jeder.
Ich stelle mir vor, dass ich mit netten Leuten zusammensitze, dann fühle ich mich wohl.
Warum soll ich Unvorstellbares tun?
Zuhause
Heute kam eine Putzhilfe, um mein Zuhause sauber zu bereiten. Gestern kam ich mit zehn Ordnern und verteilte die Blätter. Wie kriegen wir ein Zuhause sauber? Nächste Woche kommen Gäste. Mache ich vorher oder nachher sauber? Sie sagen: „Bei dir ist es so gemütlich“! Vielleicht, weil so viele Blätter herumliegen, die sie nicht bearbeiten müssen.
Zuhause
Zuhause ist es am schönsten. Sagt man. Aber stimmt das? Es kommt wohl eher darauf an, wen man zu Hause trifft und was einen erwartet. Da kann es doch vielleicht in der Pinte bei den Kumpels viel schöner sein. Aber lassen wir das. Ein Zuhause braucht jeder. Das wird einem so richtig klar, wenn man zuhause die Fernsehnachrichten sieht aus Gaza – Libanon – Kiew. Jede leere Wohnhöhle ist mal ein Zuhause gewesen, das jetzt eine ganze Familie nicht mehr hat.
Stadtsommer
Es gibt diesen besonderen Geruch nach Staub, Sonne, Schwitzen, Schwimmbad – vermischt mit den unvermeidlichen Ausdünstungen des Verkehrs. Manchmal will ich ihm entfliehen, raus aufs Land, frische Luft, das Wasser. Und dann fasziniert er mich, dieser Sommer in der Stadt, in dem man nicht strapaziös reist, sondern sich den Luxus der kurzen Wege, der städtischen Wärme und der Vertrautheit gönnt. Mit dem Rad zum „Stoffel“ oder an den See: Saint Tropez am Baggersee. Ein Äppler am Fluss oder auf der Terrasse. Sommer, was willst du Meer?
Stadtsommer
Zweigleisig:
So eine Hitze
Dass ich furchtbar schwitze
Habe kaum noch Energie
Brauche Auszeit wie noch nie.
So viel Regen
Was soll uns das sagen
Hab kaum Lust für irgendwas
Nur die Sonne macht mir Spaß.
Eine Sammlung der entstandenen Texte rechts als Download.
