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NaturFreunde Frankfurt
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3. Dez. 2017 – Politikmatinee „Senegal einmal anders“

von Claudia und Michael Lenius

Es schneit erstmals in diesem Winter richtig, trotzdem haben sich ca. 40 interessierte Naturfreundinnen und Naturfreunde in Niederrad eingefunden.


Spendenaktion für das „Ausbildungszentrum für junge Frauen und Mädchen“ in St. Louis im Senegal

Bittet überweist eure Spende auf das Konto der NaturFreunde Frankfurt

IBAN: DE84 5019 0000 0001 7388 95, Frankfurter Volksbank

Stichwort: „Senegal“

Wir überweisen die Spenden weiter auf das Konto der Rastatter NaturFreunde, die sich um dieses Projekt kümmern!


Zur Einstimmung konnte man sich die von Claudia konzipierte Fotoausstellung im Saal schon mal ansehen. Claudia begrüßte auch die NaturFreunde aus Rastatt, die zusätzlich zum Vortrag ihre Projekte in Senegal vorstellen werden.

Wer zum ersten Mal in ein fremdes Land kommt, soll die Augen aufmachen, aber nicht den Mund. (seneg. Sprichwort)

So beginnt der informative Film von Claudia, die anhand der Landkarte den Reiseverlauf zeigt. Untermalt von senegalesischer Musik ging später auch ein Spendenkörbchen herum, das gut gefüllt wurde.

Zuerst bekamen wir einige Informationen über das Land, die Religionen (90% Muslime) sowie andere Gemeinschaften, auch christliche. Seit 1960 ist der Senegal ein unabhängiges Land, liberal und offen, mit einem Mehrparteiensystem. Die Amtssprache ist französisch, daneben gibt es ca. 13 Hauptsprachen.

Die NaturFreunde-Organisation der Senegalesen – Association Sénégalaise des Amis de la Nature -ASAN- pflegt gute Kontakte zu deutschen NaturFreunden.

Einige Gruppen waren schon dort und je besser man sich kennenlernt, desto gezielter kann hier für Hilfen geworben werden.

Die Reise beginnt in der Hauptstadt Dakar. Wir sehen Bilder vom Besuch des Senghor-Museums, Westafrika-Museums, Trommel-Museums mit Vorführung. Dann wurden Naturparks gezeigt, ein Schildkrötendorf mit Krankenstation und Zucht. Eine historische Weberei, eine moderne Weberei, deren Erzeugnisse ins Ausland verkauft werden.

Auffallend sind die kräftigen und fröhlichen Farben und die freundlichen Leute.

Weitere Stationen sind die Salzfabrikation am Lac Rose, früher einmal das Ziel der legendären Rallye „Paris - Dakar“, das Internationale Jazz-Festival in St. Louis, die Künstlerdörfer in der Nähe Dakars mit vielen Ateliers zur Förderung junger Künstler. Eine Landwirtschaft, wo die Bäuerinnen vom Verkauf ihrer Produkte leben können.

Und immer wieder auch Straßen mit großen Häusern und kleinen Hütten, Tieren auf der Fahrbahn, vielen Menschen.

Dann St. Louis, die alte Hauptstadt. Sie liegt an der Mündung des Flusses Senegal.

Aufgrund ihrer Lage - das Herzstück der Stadt ist eine vom Festland abgetrennte längliche Insel - gilt Saint Louis als das Venedig Afrikas. Mit dem Festland ist die Insel über die 515 Meter lange Pont Faidherbe verbunden. Seit 2000 zählt die Île de Saint-Louis zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach dem Film stellen die Gäste aus dem Süden ihre Projekte vor:

Die Berghausener NF unterstützen in der kleinen Stadt Kidira mit ihrer Partnerschaft ein aktuelles spendengefördertes Projekt . Mit ihrer Unterstützung richten die dortigen Naturfreunde in Kidira einen Versuchsgarten ein. Hier sollen neue, aber auch über die Zeit in Vergessenheit geratene Gemüse- und Getreidesorten erprobt und an die besonderen klimatischen Verhältnisse angepasst werden. Ebenfalls eine kleine Baumschule für heimische resistente Obstsorten soll eingerichtet werden.

Die Ortsgruppe Rastatt und die NaturFreunde Deutschlands suchen Verbündete für das Projekt „Ausbildung für junge Mädchen und Frauen“. Sie arbeiten in enger Kooperation mit dem Frauennetzwerk "Koom-koomunjaboot Gi" aus St. Louis und den senegalesischen NaturFreunden: Association Sénégalaise des Amis de la Nature (ASAN).

"Das neue Ausbildungszentrum soll Mädchen und jungen Frauen helfen, die sonst kaum die Chance auf eine Ausbildung bekämen In den geplanten drei Klassenräumen sollen bereits ab Januar 2018 jeweils 25 Frauen und Mädchen traditionelle Berufe wie Schneidern, Stoffdruck und Färben oder auch die Verarbeitung von regionalem Gemüse erlernen können, auf dem Lehrplan steht aber ebenso die Vermittlung von betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen. In Abendkursen, die allen Einwohnern von St. Louis offen stehen, soll in Themen wie Umweltschutz oder Hintergründe des Klimawandels eingeführt werden, außerdem sind Alphabetisierungskurse in Planung.

Gegen 14 Uhr ging der informative Vormittag zu Ende. Die Bewirtung erfolgte wie immer mit warmen und kalten Getränken, passend zum Advent mit Stollen, Brezeln und Spundekäs.

Allgemeines: Die BRD schickte bisher 50 Mio. Euro für erneuerbare Energien, aber Umweltprobleme wie die Versandung der Sahel-Zone machen dem Land schwer zu schaffen. Auch der Klimawandel ist dort zu spüren.

Es gibt seit 2005 das Projekt „Afrikas Grüne Mauer“, um den Menschen und dem Kontinent zu helfen. Ausgehend von der Idee, eine Linie (mindestens 15 km breit und 7.775 km lang) aus Bäumen von Ost nach West durch die afrikanische Wüste zu ziehen (von Dakar nach Dschibuti), entwickelte sich das Konzept der Großen Grünen Mauer.

Im Senegal wurden bis zum Oktober 2010 Bäume auf einer Gesamtlänge von 525 km gepflanzt. Der Senegal, der jedes Jahr rund 50.000 Hektar Land an die Sahara verliert, nimmt zurzeit die Vorreiterposition ein.

Regina König-Amann