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NaturFreunde Frankfurt
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Frankfurt und Brombacher Hütte: Eine Station des Deutsch-senegalesischen Jugendaustausches der Naturfreundejugend Deutschlands

Der erste Teil des Austausches zwischen deutschen und senegalesischen Jugendlichen hat stattgefunden. Zehn junge Senegales*innen waren mit Moussa Diarra, Cheikh Moussa Camara und Mamadou Mbodji vom 10. bis 24. September 2017 in Deutschland. Und für unsere Ortsgruppe besonders schön: Vier Tage lang besuchten sie auch Frankfurt.

 

Zunächst landeten die Jugendlichen in Berlin. In der Hauptstadt wurden sie von Lina Mombauer, Fenja Wegner, Miriam Wolters sowie den zehn Teilnehmer*innen aus Deutschland begrüßt. Gemäß ihrem Reisethema, dem Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „verantwortungsvoller Konsum“, besuchte die Gruppe vorrangig nachhaltige Konsumfabrikationen. 

 

Auch hier in Frankfurt stand alles unter diesem Motto. Untergebracht waren die Senegales*innen auf der Brombacher Hütte. Eine so einfache Unterkunft, mitten im Wald, ohne Strom und fließendes Wasser war für die Gäste eine neue Erfahrung: und das mitten in Deutschland! Auch nicht jederzeit das Handy nutzen zu können, hielten sie für deutsche Verhältnisse kaum für möglich. Die Erfahrung, vor dem Überfluss fliehen zu wollen, hatten die jungen Menschen noch nicht gemacht.

Was ebenfalls ungewöhnlich ist, war aus Freude in der Natur zu wandern. Im Hintertaunus besuchte die Gruppe einen Bio-Bauernhof. 

Leider war es in der Zeit des Brombach-Aufenthaltes ziemlich kalt und regnerisch - absolut kein „goldener Herbst“. Decken gab es jedoch genug, und aus gemeinschaftlicher Solidarität wurde Kleidung unter den Jugendlichen auch nach Bedarf getauscht.

 

Am Tag zuvor traf ich die Gruppe auf dem Apfelfest. Diese Veranstaltung hat alle total begeistert. Sofort ließen sie sich die Apfelverwertung erklären und arbeiteten auch gleich mit. (youtu.be/MSZGUOrwg94)

Den Dienstag verbrachte ich ebenfalls mit der deutsch-senegalesischen Gruppe. Gemeinsam besuchten wir die Müllverbrennungsanlage in der Nordweststadt. Hier wird aus Wärme durch die Verbrennung Fernwärme für umliegende Wohngebiete und auch Elektrizität gewonnen. Da einige aus der senegalesischen Gruppe Ingenieurwesen studieren, war dies besonders interessant. Ich bin gespannt, welche Ideen zur Lösung der Müllprobleme in Deutschland und im Senegal aus dem Austausch entstehen. Der Plastikmüll stellt den Senegal derzeit vor große, kaum lösbare Herausforderungen.

Am Nachmittag war die Reisegruppe im Römer zu Gast. Auf Vermittlung von Tilo empfing uns dessen Vater, Roger Podstatny (stellvertretender Fraktionvorsitzender der SPD in Frankfurt). Nach dem Besuch des Kaisersaals durften wir alle am großen ovalen Tisch des Stadtparlaments Platz nehmen und lauschen, was die Stadt Frankfurt für den Umweltschutz tut. Daraus ergab sich natürlich eine rege Diskussion, die den Standpunkt der NaturFreunde in Sachen Flughafen, Neubaugebiete und Wasserversorgung deutlich machte.

 

Der nächste Tag bedeutete Abschied aus Frankfurt, weiter ging es mit dem Zug nach Hannover.

Inzwischen dürften die Senegals*innen wieder wohlbehalten in ihrem Land angekommen sein und hoffentlich neben Freundschaften viel an Ideen und Anregungen mitgenommen haben. Vor allem aber sollte mit diesem Austausch der Grundstein für ein gutes Verständnis untereinander gelegt sein!

 

Denn natürlich gibt es neben vielen Gemeinsamkeiten auch einige Unterschiede und Themen, die aus den verschiedenen Gesellschaften heraus anders betrachtet werden. So tauschte man sich zum Beispiel viel zum Thema Ernährung aus. Während unsere Jugendlichen überwiegend Vegetarier oder Veganer sind, ist es für die senegalesischen Jugendlichen kaum vorstellbar, kein Fleisch zu essen. Sie kennen allerdings auch keine Massentierhaltung mit all ihren Konsequenzen. Vielleicht haben einige Gespräche und auch die gemeinsam erlebten Programmpunkte für ein tieferes Verständnis und gegenseitige Akzeptanz sorgen können.

Claudia Lenius